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Wie viel Energie braucht mein Heizsystem?

(von Anne Liebold, Institut für Energiesysteme, NTB)

 

In einem typischen Haushalt werden über 60 Prozent der Energie für die Heizung benötigt. Beim Betrachten der steigenden Energiepreise kommt jedoch die Frage auf, wo genau die grössten Wärmeverluste entstehen und wie man sie am besten minimieren kann. Rentiert sich eine Sanierung überhaupt? Die Frage nach der richtigen Wärmedämmung ist nicht einfach zu beantworten.

Mit Hilfe einer Energierechnung lässt sich leicht ermitteln, welchen Jahresverbrauch an Energie ein Heizsystem besitzt. Rechenbeispiel: In einem Vier-Personen-Einfamilienhaus mit 134 m2 Wohnfläche wird angenommen, dass im Jahr für Heizung und Warmwasseraufbereitung insgesamt 2'200 Liter Öl benötigt werden. Wobei 1 Liter Erdöl mit 1 m3 Erdgas oder einem Energieinhalt von 10 kWh gleichgesetzt werden kann.

  1. Bei einem Verbrauch von 2'200 Liter/Jahr x 10 kWh ergibt sich ein Energieverbrauch von 22'000 kWh/Jahr.
  2. Wenn mit der Heizung auch Warmwasser erzeugt wird, so muss dieser Anteil abgezogen werden. Pro Person rechnet man typischerweise mit 50 Litern pro Tag. Um einen Liter Wasser von 10°C auf 45°C zu erwärmen, braucht es 0.04 kWh. Daraus resultiert ein Richtwert pro Person von etwa 1'000 kWh/Jahr.
  3. Für den Jahresverbrauch an Warmwasser bedeutet dies:
    1'000 kWh/Jahr x 4 Personen = 4'000 kWh/Jahr.
  4. Daraus ergibt sich eine Jahres-Heizenergie von:
    22'000 kWh/Jahr - 4'000 kWh/Jahr = 18'000 kWh/Jahr.
  5. Zum Schluss wird das Ergebnis durch die Wohnfläche geteilt, wodurch der Energieverbrauch pro m2 feststeht: 18'000 kWh/Jahr / 134 m2 = 134.3 kWh/(m2 Jahr)

Mit diesem Wert kann in der untenstehenden Grafik herausgefunden werden, wie effizient eine Wohnung ist.

 Für das aufgeführte Beispiel bedeutet dies, dass sich das betrachtete Haus in der Energieklasse E befindet und es sich um einen Altbau handelt. Ab Effizienzklasse D sind jeweils durch eine Sanierung signifikante Energiekosten-Einsparungen leicht möglich.

An welchen Stellen geht Wärmeenergie verloren?

Es zeigt sich, dass in den meisten Gebäuden das grösste Sparpotenzial in der richtigen Dämmung der Aussenwand und des Daches liegt. Zudem kann auch über die Fenster weitere wertvolle Energie verloren gehen und der Wohnkomfort signifikant beeinträchtigt werden.

 

 

Woran kann man messen, ob ein Haus richtig gedämmt ist?

Auskunft darüber gibt der sogenannte U-Wert (früher auch k-Wert genannt). Der U-Wert ergibt sich aus dem Aufbau der Wand und wird jeweils für die Aussenwand, das Dach und die Fenster bestimmt. Er gibt an, wie gut eine Wand thermisch leitet und ist ein Mass dafür, wie viel Heizleistung pro m2 Wand benötigt wird, um die gewünschte Innentemperatur zu erreichen. Im Allgemeinen ist man bestrebt, einen niedrigen U-Wert zu erreichen. Dies bedeutet, dass weniger Energie benötigt wird.

 

Charakteristische U-Werte für die jeweilige Bauart (MINERGIE):

 

 Bauart

 U-Wert-Wand

 U-Wert-
Dach

 U-Wert-Fenster

       
 Passivhaus MINERGIE P

 ≤ 0.10

 ≤ 0.10

 ≤ 0.80

       
 Niedrigenergiehaus MINERGIE

 ≤ 0.15

 ≤ 0.15

 ≤ 1.00

       
 Haus nach Bauvorschrift

 0.25

 0.30

 1.30

       
 Altbau

 ≤ 1.50

 ≤ 1.00

 ≤ 2.80

 

Was sollte beim Sanieren beachtet werden?

Bei Sanierungen wird unterschieden zwischen Innendämmung und Aussendämmung. Für denkmalgeschützte und bei zu eng stehenden Häusern wird vorwiegend eine Innendämmung verwendet. Innendämmung bedeutet jedoch eine Reduktion der Wohnfläche, verursacht durch die Dicke der Dämmstoffe, und in der Regel eine höhere Anzahl an Wärmebrücken (Bauteile am Gebäude, welche die Wärme schneller nach aussen leiten). Dazu kommt, dass bei einer Innendämmung das Aufhängen von Lasten an der Wand erschwert wird, da zuerst die Dämmschicht durchbrochen werden muss, ohne dass dabei eine Wärmebrücke generiert wird. Die Aussendämmung wird am häufigsten angewendet. Der grosse Vorteil einer geschlossenen Aussendämmung ist die Verringerung von Wärmebrücken. Dazu hat die Aussendämmung keinen Einfluss auf die Gösse und Gestaltung des Innenraums.

 

Mit typischen Isoliermaterialien wird eine Dämmstärke von 15 bis 30 cm gebraucht, um den U-Wert eines Altbaus im gewünschten Bereich zu verbessern. Als Materialien eignen sich Glaswolle, Kork, Mineralwolle, Mineralschaum, Steinwolle, Schaumglas und Zellulose.

Bei allen Isolationsarten gilt, auf die entstehende Kondensation der Luft zu achten, da warme Raumluft in die Dämmung gelangt, dort abkühlt und sich die in der warmen Luft enthaltende Feuchtigkeit in Form von Tauwasser niederschlägt. Dies geschieht besonders einfach bei Wärmebrücken und führt zu Schimmelbildung. Aus diesem Grund muss eine genügend dicke Isolationsschicht oder, wenn nötig, eine Dampfsperre verwendet werden.

Allgemein gilt: Das Haus muss von aussen nach innen immer luftdichter werden.

Förderprogramme und Kontrolle

Der Kanton St. Gallen bietet ein Gebäudeprogramm an, das Förderbeträge für Sanierungen beinhaltet. Zu beachten ist, dass die Zusage für die Förderung vom Amt für Umwelt und Energie (AFU) St. Gallen vor Baubeginn erteilt werden muss. Anschliessend können mit der kantonalen Zusage weitere Fördergelder bei der jeweiligen Gemeinde beantragt werden.

 

In der untenstehenden Abbildung sind zwei baugleiche Gebäude abgebildet. Beim Haus im Hintergrund handelt es sich um ein unsaniertes Gebäude, welches eine deutlich höhere Aussenwandtemperatur als das vordere Haus aufweist. Somit heizt das unsanierte Haus seine Umgebung ungewollt mit. Die Aussentemperatur des vorderen Hauses, welches bereits saniert wurde, entspricht hingegen beinahe der Umgebungstemperatur. Dies macht deutlich, wie mit der richtigen Wärmedämmung nicht nur der Umwelt, sondern auch unserem Geldbeutel geholfen werden kann.

 

Wärmebild eines sanierten und unsanierten Hauses im Vergleich

 

 



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