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Bauhistorische Werte

1976 wurde die ehemalige Mühle im Ortsbildinventar von Gams zum schützenswerten Objekt erklärt, und 1985 konnte sie die Gemeinde zu günstigen Bedingungen erwerben. Zielvorstellung war ursprünglich die Einrichtung eines Ortsmuseums. Der bedenkliche bauliche Zustand des Gebäudes erforderte eine umgehende Restaurierung vorerst der Aussenwände und des Daches sowie Sicherungsarbeiten bezüglich der Wassereinwirkungen. Diese Erneuerungen zeitigten erfreuliche vorläufige Ergebnisse. Unter anderem sind die durchgefaulte Laube und andere gänzlich zerfallene Partien rekonstruiert, ist die ursprüngliche Fassade wieder hervorgekehrt, sind zugeschalte Fenster reaktiviert und fehlende Butzenscheiben ergänzt worden.

Eine bauhistorische Untersuchung zeitigte interessante Aussagen. Demnach sind am Objekt mehrere typische Aus- und Umbauten mit Merkmalen unterschiedlicher Stilrichtungen abzulesen: Der Gewölbekeller als ältester Gebäudeteil ist bereits im 15. Jahrhundert entstanden. Er gehörte zu einer frei stehenden Mühle noch ohne Wohnnutzung. Beim zweigeschossigen Wohntrakt aus dem 16. Jahrhundert handelt es sich um den Rest des ursprünglich doppelt so grossen Hauses der Müllersfamilie. Die andere Hälfte ist im Zuge der Errichtung des südöstlich angebauten Wohnbaus um 1800 abgebrochen worden.

Als besonders wertvoll hebt die Beschreibung sowohl die originale Strickbauweise wie auch die kunstreiche Frontgestaltung und die spätmittelalterliche Zimmeranordnung hervor, weist auf dekorative Details wie gotische Türgerichte und Kielbogenfensterchen sowie die barocke Jochsäule und die Rundbogentür hin und erwähnt nicht zuletzt die gegen den Verkehrsweg gerichtete gemütliche Biedermeierstube mit gemauertem Ofen.

Die Innensanierung von 2002/03 unterschied grundsätzlich zwei Bereiche. Einerseits wurde der Hausteil als ganzheitliches Bild eines historischen Wohnbaus in sanfter Renovation gesichert, und andererseits entstand aus dem völlig desolaten Mühlenteil ein vielseitig nutzbarer, äusserst gefälliger Präsentations- und Zuschauerraum. Etliche originale, dekorative Relikte aus vergangenen Tagen betonen, dass der Liegenschaftsname Alte Mühle immer noch mehr ist als nur ein sinnentleertes Wort.

(Kurzfassung des Aufsatzes «Die Alte Mühle in Gams» von Noldi Kessler, erschienen im «Werdenberger Jahrbuch 2004»)

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